Kinder & Jugendliche
Kinder verdienen besonderen Schutz.
Kinder erleben traumatische Erfahrungen anders als Erwachsene. Sie sind auf Schutz, Sicherheit und verlässliche Beziehungen angewiesen. Werden diese erschüttert, kann dies ihre seelische, körperliche und soziale Entwicklung nachhaltig beeinflussen. Besonders kleine Kinder können ihre Erfahrungen oft noch nicht in Worte fassen. Ihre Not zeigt sich häufig im Verhalten, in körperlichen Beschwerden oder in ihrer Entwicklung. Gerade deshalb ist es wichtig, Belastungen früh zu erkennen und fachlich fundierte Hilfe zugänglich zu machen.
Warum der Bedarf so groß ist
Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Seit der COVID-19-Pandemie haben sich die Wartezeiten auf psychotherapeutische Unterstützung vielerorts mehr als verdoppelt. Familien warten oft mehrere Monate auf ein erstes psychotherapeutisches Gespräch und nicht selten ein halbes Jahr oder länger auf den Beginn einer Behandlung (Quelle: BiPsy-Versorgungsmonitor; Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention).
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die ambulante Bedarfsplanung den tatsächlichen Versorgungsbedarf vielerorts nicht ausreichend abbildet. Besonders in ländlichen Regionen fehlen spezialisierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten mit Kassenzulassung (Quelle: BiPsy-Versorgungsmonitor).
Die Hamburger Stiftung Ankerland, die sich auf die Unterstützung traumatisierter Kinder und Jugendlicher spezialisiert hat, weist darauf hin, dass schätzungsweise ein bis zwei Kinder pro Schulklasse unter den Folgen eines Traumas leiden (Quelle: Stiftung Ankerland).
Unser Beitrag
LebenWeben e. V. möchte dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen, seelischen Krisen oder schweren Belastungen Zugang zu geeigneter Unterstützung erhalten, wenn die finanziellen Möglichkeiten ihrer Familie dafür nicht ausreichen.
Wir übernehmen im Rahmen unserer Fördermöglichkeiten die Kosten für:
- psychotherapeutische Angebote
- qualifizierte Traumatherapie
- Krisen- und Stabilisierungsangebote
- traumasensible Begleitung
- körperorientierte Therapieansätze
- ergänzende Maßnahmen zur Stabilisierung und Gesundheitsförderung
Unser Ziel ist es, Familien mit geringem Einkommen zu entlasten und Kindern und Jugendlichen möglichst frühzeitig geeignete Unterstützung zu ermöglichen.
Je nach individuellem Bedarf kann hierzu auch die Einbeziehung von Eltern, anderen Bezugspersonen oder dem schulischen Umfeld gehören, sofern dies für die Stabilisierung und Entwicklung des Kindes hilfreich ist.
Fachkräfte für die Zukunft stärken
Gerade im Bereich der Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen besteht ein großer Mangel an spezialisierten Fachkräften.
Deshalb engagieren wir uns gemeinsam mit erfahrenen Dozenten, Ausbildungsinstituten und Fachkräften für die Konzeption und Weiterentwicklung von Ausbildungsangeboten im Bereich der Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen.
So möchten wir langfristig dazu beitragen, dass mehr qualifizierte Traumatherapeuten für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ausgebildet werden. Gleichzeitig bauen wir ein Netzwerk qualifizierter Fachkräfte auf, damit Familien und Hilfesuchende leichter passende Unterstützung finden können.
Warum wir handeln
Traumatische Erfahrungen in der Kindheit können das gesamte weitere Leben prägen. Frühzeitige und fachlich fundierte Unterstützung kann wesentlich dazu beitragen, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu stärken und langfristige Belastungsfolgen zu verringern. Hilfe darf nicht davon abhängen, ob eine Familie sie bezahlen kann. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in seelischer Not Zugang zu Unterstützung erhalten – möglichst früh, möglichst unbürokratisch und fachlich fundiert.